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Kapitel 4
DER HEILIGE GEIST
Das Christentum ist die einzige Religion, die den
Heiligen Geist hat. Wenn wir an diese Lehre denken, dann wollen wir
der Tatsache eingedenk sein, dass Jesus Christus das zentrale Thema
der ganzen Bibel ist. Wir kennen nicht den Namen des Heiligen
Geistes. Wir wissen nur, was er ist, wer er ist und was er tut. Das
Schweigen der Schrift im Hinblick auf seinen Namen ist bedeutsam.
Er hält seinen eigenen Namen zurück, auf dass Name und Werk des
Herrn Jesus Christus erhöht werden. Vgl. Johannes 15,26.
A. Seine Person:
Vom Heiligen Geist gilt es nicht als von einem Prinzip,
einem "es", zu sprechen. Er ist vielmehr eine Person, die
in jedem Gläubigen wohnt. Mitunter sind wir der Meinung, dass nur
eine sichtbare Person eine wirkliche Person sei.
Tatsächlich aber sind wir alle eine Person und
Persönlichkeit, die nicht Teil des Körpers ist. Der menschliche
Körper ist lediglich der Organismus, mit dem Gott uns für die Zeit
unseres Erdenlebens ausgestattet hat. Sie sind kein „es“. Wenn Sie
sterben, bleibt ein Körper zurück, den wir ins Grab legen, aber Sie
selbst sind nicht mehr hier. Diese Ihre eigentliche Person war -
ähnlich wie der Heilige Geist – für Menschenaugen nicht sichtbar.
Der Heilige Geist ist empfindsam und wird dadurch als
Person deutlich.
(1) Er kann betrübt werden. „Und betrübt nicht den
heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid auf den Tag der
Erlösung.“ Epheser 4,30.
(2) Er kann versucht werden. „Petrus aber sprach zu
ihr: Warum seid ihr euch denn einig geworden, den Geist des Herrn
zu versuchen?" Apostelgeschichte 5,9.
(3) Ihm kann widerstanden werden. „Ihr Halsstarrigen,
mit verstockten Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt allezeit
dem heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr.“ Apostelgeschichte
7,51.
(4) Er kann gelästert werden. „Wer aber den heiligen
Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist des
ewigen Gerichts schuldig." Markus 3,29; siehe auch Vers 30.
(5) Man kann ihn belügen. „Petrus aber sprach:
Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, den heiligen Geist
zu belügen." Apostelgeschichte 5,3.
Der Heilige Geist wird an mehreren Stellen der Bibel
auch “Gott” genannt. Ihm kommen göttliche Eigenschaften zu, wie es
in den nachstehenden Bibelstellen verdeutlicht wird:
(1) Allmacht: Lukas 1,35. Bei der Geburt Christi hielt
er seine Hand über Maria und Jesus. Er hält seine Hand auch über
uns.
(2) Allwissenheit: 1 Korinther 2,10. In unserem Leben
ist ihm nichts verborgen.
(3) Allgegenwart: Psalm 139,7-17. Für unser Leben
gilt: „Er wird uns nicht verlassen noch versäumen.“ Er ist stets
gegenwärtig.
(4) Ewiger Geist: Hebräer 9,14. In unserem Leben ist
er von Anbeginn an (Wiedergeburt) dabei und begleitet uns auf
unserem Weg zur himmlischen Heimat. Er wirkt in uns und hilft uns,
„dem lebendigen Gott zu dienen.“
Der Heilige Geist wird in der Schrift auch anhand von
Symbolen und Beispielen versinnbildlicht, die sein göttliches
Wirken aufzeigen.
Diese Bilder bzw. Symbole sind:
(1) Die Taube: Johannes 1,32. Die Taube ist ein Symbol
von Liebe und Schmerz. Dies kommt im Dienst des Geistes an Jesus
zum Ausdruck.
(2) Das Wasser: Jesaja 44,3; Johannes 7,38.39. Als
Gerettete kann uns nur der Heilige Geist den geistlichen Durst
stillen.
(3) Das Öl: 1. Samuel 16,13. Die Salbung eines
Priesters begann am Ohr, damit er auf Gott höre. Dann wurde der
Daumen des Priesters gesalbt, damit er für Gott wirke. Das ist das
Werk des Heiligen Geistes in unserem Leben.
(4) Der Wind: Johannes 3,6.7. Still und verborgen
wirkt der Heilige Geist in uns bei der Wiedergeburt und in unserem
täglichen Leben.
(5) Das Feuer: Apostelgeschichte 2,3.4. Feuer steht
symbolisch für Reinigung, Prüfung oder Gericht. Das ist ein Werk
des Heiligen Geistes in unserem Leben.
(6) Bekleidung: Richter 6,34 (wörtliche Übersetzung
aus dem Hebräischen). Der Geist des Herrn kleidete Gideon.
Bekleidung spricht von Schutz. Er ist auch unser Schutz.
B. Seine Wirksamkeit:
Der Heilige Geist ist in der Schrift auf vielfältige
Weise wirksam. Nachstehend sind Beispiele hierfür aufgeführt.
(1) Er spricht. „Als sie aber dem Herrn dienten und
fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und
Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe.“ Apostelgeschichte
13,2.
(2) Er tritt für uns ein. „Desgleichen hilft auch der
Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten
sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst tritt mit
unaussprechlichem Seufzen für uns ein." Römer 8,26.
(3) Er legt Zeugnis ab. „Wenn aber der Tröster kommen
wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit,
der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis von mir ablegen.“ Johannes
15,26.
(4) Er übt das Aufseheramt aus. „So habt nun acht auf
euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist
zu Aufsehern eingesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu weiden, die
er durch sein eigenes Blut erworben hat.“ Apostelgeschichte 20,28.
(5) Er führt. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit,
kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit führen.“ Johannes 16,13.
(6) Er lehrt. „Aber der Tröster, der heilige Geist,
den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren
und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Johannes
14,26.
(7) Er erschafft. „Am Anfang ... und der Geist Gottes
schwebte auf dem Wasser.“ 1.Mose 1,1.2.
(8) Er bewirkt die Wiedergeburt zu unserer Rettung.
„Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist
geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt
habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. ... So ist es mit jedem,
der aus dem Geist geboren ist.“ Johannes 3,3.5-8.
(9) Er hat Jesus von den Toten auferweckt. "Wenn
der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch
wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch
eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen in euch
wohnenden Geist." Römer 8,11.
(10) Er vollendet die Erlösung. "Ihr aber seid
reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden im
Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres Gottes." 1.
Korinther 6,11.
(11) Er versiegelt die Gläubigen. "In ihm seid
auch ihr, nachdem ihr zum Glauben gekommen seid, mit dem
verheißenen heiligen Geist versiegelt worden." (Epheser 1,13).
(12) Er leitet die Gläubigen. "Denn alle, die
sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes." Römer
8,14; Galater 5,18.
Auf unserem Lebensweg als Christen sollten wir uns
dessen stets bewusst sein, dass es die Person des Heiligen Geistes
ist, die Tag für Tag Dienst an uns tut. Die Bibel sagt uns, dass
wir vom Heiligen Geist erfüllt und geleitet werden. Er kann nicht
in unserem Leben wirken, wenn wir in Sünde leben. Ob wir in
Gedanken oder Taten sündigen - wenn wir den Heiligen Geist
betrüben, dann gilt es umgehend nach 1. Johannes 1,9 zu handeln,
damit wir nicht die Gemeinschaft mit Gott verlieren. „Wenn wir aber
unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die
Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ Auf
diese Weise bleiben wir in Gemeinschaft mit Gott. Die größte
Gefahr, der sich ein Christ in dieser Welt gegenüber sehen kann,
ist, Sünde in seinem Leben zu dulden. Es sind nicht finanzieller
Ruin, Krankheit, Einsamkeit, Beschimpfungen, Verfolgung oder
unzählige andere Dinge, die unser größter Feind sind. Es ist die
Sünde, die unsere Beziehung zu Gott zerstört, den Heiligen Geist
betrübt und dem Teufel gestattet, uns vom Lebenspfad zu einem Pfad
der Zerstörung abzubringen. Galater 5,19-21 zählt Dinge auf, auf
die wir achten sollen. Wir müssen uns klar vor Augen halten, dass
Satan der Feind unserer Seele ist. Das ist der tägliche Kampf, den
wir führen müssen (Epheser 6,11-18: Die geistliche Waffenrüstung).
Der Sieg ist verheißen: "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie
er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das
Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ (1
Johannes 1,7). Wenn stets ausgeräumt wird, was zwischen Gott und
uns steht, dann leben wir in stetiger Gemeinschaft mit dem Vater.
Sofortiges Bekennen der Schuld ist unser einziger Schutz gegen den
Feind unserer Seele. Lesen Sie dazu das 1. Kapitel aus dem 1.
Johannesbrief und lernen Sie es auswendig. Hier liegt der Schlüssel
für eine siegreiche christliche Lebensführung.
C. Sein Handeln am Gläubigen:
Jeder Christ kann zweierlei Frucht in seinem Leben
hervorbringen, aber es tritt jeweils nur eine von beiden zutage.
Denken wir daran, dass wir als Christen je nach unserem Sinnen und
Trachten die eine oder die andere Frucht hervorbringen können. Es kann die Frucht des Fleisches oder die Frucht des
Geistes sein. Die Frucht hängt davon ab,
unter welcher Herrschaft unser Leben steht. „Lebt im Geist, so
werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen. Denn das
Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das
Fleisch.“ (Galater 5,16.17).
Wir alle bringen Tag für Tag Frucht - doch welche
Frucht ist es? Die Welt mit ihren Verlockungen macht es uns nicht
einfach, den Begierden des Fleisches zu widerstehen. Die Zahl der
Versuchungen ist Legion, in der Werbung etwa, in den Medien,
Magazinen etc. Die Welt, deren Fürst Satan ist, liegt im Argen (1.
Johannes 5,19). Kapitel 5 des
Galaterbriefes fährt mit einer Auflistung der Werke des Fleisches
fort (Galater 5, 19-21). Ein nicht
wiedergeborener Mensch kann kaum anders, als die Frucht des
Fleisches hervorzubringen. Aus menschlicher Sicht mag er Gutes tun
und unter dem Beifall der Welt sogar auf religiösem und sozialem
Gebiete tätig sein, und dennoch: aus Gottes Sicht haben diese Werke
keinen Wert für die Ewigkeit.
Das Werk des Heiligen Geistes ist es, die Frucht des
Geistes in Ihrem Leben zu bewirken. Nur ein wiedergeborener Christ
kann diese Frucht bringen. Wir sollten beachten, dass hier von der
Frucht im Singular gesprochen wird. Auch wenn Sie die Frucht hervorbringen, ist es doch
seine, des Geistes, Frucht. Er selbst bewirkt jegliche – oder keine
– Frucht in Ihrem Leben, je nach Ihrer geistlichen Beziehung zu
Gott. Wenn Sünde in Ihr Leben kommt, dann wird aus der Frucht des
Geistes die Frucht des Fleisches. Das Begehren eines jeden Christen
sollte die rechte Frucht in seinem Leben sein. Der Heilige Geist
wirkt in unserem Leben und lässt in dem Maße, in dem wir uns seiner
Führung unterstellen, seine Frucht wachsen und reifen. Wenn er
nicht ganz Herr ist, dann ist er es letztlich gar nicht. Galater
5,22-24.
Wir wirken nicht auf eine Siegesposition hin, um von
dieser aus die Frucht des Geistes herzuvorbringen. Wir wirken
vielmehr von einer Stellung aus, die wir in Christus bereits
innehaben. An keinem Tag unseres Lebens wird es in unserem
Bestreben, diese Frucht hervorzubringen, ohne Kampf abgehen, doch
der Sieg ist unser: "Die, die Christus angehören, haben ihr
Fleisch gekreuzigt samt den Lüsten und Begierden." Galater
5,24. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass unser Sieg nicht von
uns selbst kommt, sondern von Christus. Die Kreuzigung des Fleisches geschieht nicht durch
das, was wir tun, sondern aufgrund dessen, der in uns lebt und in
dem wir leben. "Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe;
doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich
jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes,
der mich geliebt und sich selbst für mich dargegeben hat."
Galater 2,19c,20. In dem Maße, wie ich mich der Führung des Geistes
unterstelle, kann ich Tag für Tag Sieg haben. Ich mag den Heiligen
Geist betrüben, aber er wird mich nie verlassen, denn „ihr seid
versiegelt auf den Tag der Erlösung." Epheser 4,30. Er, mit
dem ich versiegelt bin, wohnt bleibend in mir, bis ich einst am
Ziel der himmlischen Herrlichkeit angelange.
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D. Seine Gaben und Ihr Einsatz:
Haben Sie sich als Christ je gefragt: „Was kann ich
tun?“ Wenn ich Ihnen z.B. ein neues Auto schenkte, was würde ich
dann von Ihnen erwarten? Wäre der Zweck des Geschenks, dass Sie es
nur ansehen oder in einen Ausstellungsraum stellen, wo die Leute es
ansehen, darüber reden, ihren Freunden davon berichten, es
fotografieren? Oder würde ich erwarten, dass Sie sich ans Steuer
setzen und losfahren? Nichts anderes, denn der Zweck eines Autos
ist doch wohl, dass man es fährt. Man kann damit zur Arbeit fahren
oder Freunde mitnehmen. Vielleicht macht man auch einmal einfach so
einen Ausflug aufs Land. Gott hat Ihnen die Gabe des ewigen Lebens
und die Innewohnung des Heiligen Geistes geschenkt und Ihnen
geistliche Gaben verliehen, damit Sie sie für ihn einsetzen.
"Auch über die Geistesgaben möchte ich euch, liebe Brüder,
nicht im unklaren lassen...Gewiss, es gibt verschiedene
Geistesgaben, aber es ist immer ein und derselbe Geist. Es gibt
verschiedene Dienste, aber es ist immer derselbe Herr. Es gibt
verschiedene Kraftwirkungen, aber es ist immer derselbe Gott, der
alles in allen wirkt. Jedem wird die
Offenbarung des Geistes nur zum Besten des Ganzen zuteil." 1.
Korinther 12,1.4-7 (Übertragung von Hans Bruns).
Die nächsten Verse in diesem Kapitel und andere
Kapitel der Heiligen Schrift listen die Gaben auf, die der Heilige
Geist den Gläubigen zuteil werden lässt. Wir wissen, dass jeder Gläubige zumindest eine Gabe
hat, die er für den Herrn einsetzen kann. Römer 12,4-8. Was
erwartet Ihrer Meinung nach der Herr von uns im Hinblick auf den
Umgang mit diesen Gaben? Wenn wir uns in der Welt umschauen und die
Schrift durchgehen, dann sollen wir uns vor allem davor hüten,
hinsichtlich der Gaben, die Gott anderen geschenkt hat, Neid zu
empfinden. Wir sollten erkennen, dass die Gaben des Heiligen
Geistes für jedes einzelne Gotteskind einzigartig - sozusagen
exklusiv - sind. „Gott hat doch nach seinem Willen jedem Glied
seine besondere Aufgabe gegeben.“ 1. Korinther 12,18 (Übertragung
von Hans Bruns). Sie mögen fragen: “Was ist meine Gabe?” Das können
wir nicht beantworten. Fragen Sie Gott. Finden Sie Ihre Gabe heraus
und stellen Sie sie in Seinen Dienst.
Es gibt Gaben, die für die Gemeinde heute nicht mehr
von Bedeutung sind. Erinnern wir uns daran, dass die
Apostelgeschichte die Übergangsperiode zu Anfang der Kirche
wiedergibt. Die Apostelgeschichte ist also ein Buch des Übergangs.
Daher vertreten wir keine Lehre aufgrund dieses Buches, wenn sie
nicht vom Rest des Neuen Testaments bestätigt wird. Weil die
Gläubigen damals noch nicht das Neue Testament hatten, erzeigte
Gott an Pfingsten seine Kraft und sein "Ja und Amen"
durch Wunder, Offenbarungen und Zungenrede (Sprachenrede). Dies
geschah, um die Botschaft von der mit dem Erlöser gekommenen neuen
Heilszeit rasch zu verbreiten. Das war ein nicht zu wiederholendes
Wunder an Pfingsten. Es gibt nur ein Pfingsten, ebenso wie es nur
ein Golgatha, eine leibliche Auferstehung und eine Himmelfahrt
gibt. Am Tag der Pfingsten hörten Menschen aus der ganzen damals
bekannten Welt das Evangelium in ihrer Sprache, so dass sie nach
Hause zurückkehren und ihren Mitmenschen berichten konnten, dass
der Erlöser der Welt von den Toten erstanden war. Apostelgeschichte
2,4.22-24. Heute ist die Gabe der Sprachenrede nicht mehr relevant.
Wir haben die Bibel in den meisten Sprachen der Welt. Wir müssen
nur schlicht und einfach mit der uns gegebenen Sprache den
Missionsbefehl erfüllen. "Geht hin in alle Welt und predigt
das Evangelium aller Kreatur." Markus 16,15.
Die Gabe der Erkenntnis hat ebenfalls nicht mehr die
damalige Bedeutung, da uns in der Niederschrift des Neuen
Testaments die volle Offenbarung Gottes geschenkt ist. Dies gilt
auch für die Gabe der Prophetie. Diese Gaben galten für diese
besondere Zeit, in der das Neue Testament noch nicht in
schriftlicher Form vorlag. Gott redete zu seinem Volk durch das
Alte Testament und auf direktem Wege bis zur Vollendung des Neuen
Testaments. So sagt 1. Korinther 13,10 mit Bezug auf das in der
Entstehung befindliche Neue Testament: "Wenn aber kommen wird
das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören." Dies wird
von Jakobus 1,25 bestätigt: "Wer aber in das vollkommene
Gesetz der Freiheit hineinschaut", womit das Neue Testament
angesprochen wird. Gottes Wort, das uns heute in schriftlicher Form
vorliegt, macht die oben erwähnten Gaben entbehrlich. In der Tat,
weitere Offenbarungen oder Prophetien oder Zusätze zu Gottes Wort
werden geahndet, wie es in Offenbarung 22,18-19 beschrieben wird:
"Ich bezeuge allen, die die Worte der Weissagung dieses Buches
hören: Wenn jemand etwas dazusetzt, so wird Gott auf ihn die Plagen
zusetzen, die in diesem Buch geschrieben sind."
E. Die Versiegelung mit dem Heiligen Geist.
Der Heilige Geist selbst ist das Siegel.
(1) Dieses ist ein Siegel, mit dem unsere
Zugehörigkeit zu Gott beglaubigt wird. 2. Timotheus 2,19.
(2) Es ist ein Siegel unserer Stellung. Epheser
1,13.14.
(3) Es ist ein Siegel der Gewissheit. Epheser 1,13.14.
(4) Es beglaubigt ein abgeschlossenes Rechtsgeschäft.
Jeremia 32,10.
(5) Es ist ein Siegel der Gerechtigkeit. Römer 4,11.
(6) Es ist ein Siegeleindruck. Mit dem Petschaft wurde
ein Siegel in Wachs eingedrückt. Wenn wir mit dem Heiligen Geist
versiegelt sind, ist dies als Abdruck auf uns kenntlich. 2.
Korinther 1,22. Diese Versiegelung gilt auch als
"Angeld". Dies ist eine Anzahlung auf einen Gesamtbetrag.
Die Innewohnung des Heiligen Geistes ist Gottes "Angeld".
"Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr
versiegelt seid auf den Tag der Erlösung." Epheser 4,30. Er
wohnt bleibend in uns, bis wir das Ziel der himmlischen
Herrlichkeit erreichen.
F. Die Taufe des Heiligen Geistes.
Das Wort Taufe meint „eintauchen; hineinversetzen;
sich identifizieren mit.“
Die Taufe mit dem Heiligen Geist ist der Vorgang,
durch den der Heilige Geist uns in den Leib Christi hineinversetzt,
wenn wir zum Glauben gekommen sind. Der „Leib Christi“ ist
gleichzusetzen mit der „Gemeinde“, die aus der Gesamtheit der
wiedergeborenen Christen besteht. Durch einen Geist sind wir alle
zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Unfreie oder
Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt." 1. Korinther 12,13. Das war die Verheißung von
Pfingsten und der Beginn der Gemeinde.
Die Taufe des Heiligen Geistes ist nicht eine
Kraftverleihung oder eine "Erfahrung", sondern vielmehr
ein Akt des Heiligen Geistes selbst, kraft dessen er uns in den
Leib Christi hineinversetzt. Apostelgeschichte 1,5: "Ihr aber
sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen
Tagen." Das bezieht sich auf Pfingsten, auf die
"Geburt" der Gemeinde, die bald erfolgen sollte. Vor
Pfingsten kam der Geist auf die Menschen; er war „mit ihnen“; aber
nach Pfingsten ist er allezeit „in ihnen“. Er nimmt Wohnung in
allen, die gerettet sind. Wenn der Begriff “Geistestaufe” verwendet
wird, dann wird er stets kollektiv und nie individuell gebraucht.
Wenn in der Schrift von der „Taufe mit dem Geist und mit Feuer“ die
Rede ist, dann ist dies ein kontrastreiches Bild für Errettung und
Gericht.
Wir haben entweder das eine oder das andere, je nach
unserer Beziehung zu Jesus Christus. Matthäus 3,11-12; Lukas
3,16-17.
Manche machen geltend, eine Erfahrung mit der
„Geistestaufe“ zu haben und in Zungen zu reden. Andere sagen, die
Kraft zu heilen, Wunder zu vollbringen und Dämonen auszutreiben
empfangen zu haben, aber es sind falsche Propheten und falsche
Lehrer. Lesen Sie hierzu den 2. Petrusbrief, Kapitel 2. Die
Menschen, von denen die Rede ist, interpretieren die Bibel anhand
ihrer eigenen Erfahrung, anstatt ihre Erfahrung von der Schrift her
zu interpretieren. Der Teufel kann angebliche Wunderdinge, die
nicht von Gott sind, vorgaukeln. Es gibt einen Geist der Wahrheit
und einen Geist des Irrtums. 1. Johannes 4,1-6
Für das Streben nach dem Gebrauch der Gaben des
Heiligen Geistes wird uns ein köstlicherer Weg gezeigt (1.
Korinther 12,31). Hierzu lesen wir 1. Korinther 13,2: "Und
wenn ich die Gabe der Prophetie hätte und wüsste alle Geheimnisse
und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzte, aber keine
Liebe (Agape) hätte, so wäre ich nichts." Liebe soll die
Triebkraft für den Gebrauch unserer Gaben sein. Wir müssen alles
dem Herrn Jesus Christus unterstellen, um jederzeit für ihn bereit
zu sein, und zwar an jedem Ort, zu jeder Arbeit und zu jedem
Zeugnis, wozu immer der Herr uns ruft.
Es wäre noch sehr viel mehr über die Person und das
Werk des Heiligen Geistes zu sagen; in dem Maße, in dem wir in
Christus zur Reife gelangen, werden wir mehr und mehr seine
Gegenwart und sein Wirken in unserem Leben erfassen.
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