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Kapitel 4
DER HEILIGE GEIST
Das Christentum ist die einzige Religion,
die den Heiligen Geist hat. Wenn wir an diese Lehre denken, dann
wollen wir der Tatsache eingedenk sein, dass Jesus Christus das
zentrale Thema der ganzen Bibel ist. Wir kennen nicht den Namen des
Heiligen Geistes. Wir wissen nur, was er ist, wer er ist und was er
tut. Das Schweigen der Schrift im Hinblick auf seinen Namen ist
bedeutsam. Er hŠlt seinen eigenen Namen zurŸck, auf dass Name und
Werk des Herrn Jesus Christus erhšht werden. Vgl. Johannes 15,26.
A. Seine Person:
Vom Heiligen Geist gilt es nicht als von
einem Prinzip, einem "es", zu
sprechen. Er ist vielmehr eine Person, die in jedem GlŠubigen
wohnt. Mitunter sind wir der Meinung, dass nur eine sichtbare
Person eine wirkliche Person sei.
TatsŠchlich aber sind wir alle eine Person
und Persšnlichkeit, die nicht Teil des Kšrpers ist. Der menschliche
Kšrper ist lediglich der Organismus, mit dem Gott uns fŸr die Zeit
unseres Erdenlebens ausgestattet hat. Sie sind kein ãesÒ. Wenn Sie
sterben, bleibt ein Kšrper zurŸck, den wir ins Grab legen, aber Sie
selbst sind nicht mehr hier. Diese Ihre eigentliche Person war -
Šhnlich wie der Heilige Geist – fŸr Menschenaugen nicht
sichtbar.
Der Heilige Geist ist empfindsam und wird
dadurch als Person deutlich.
(1) Er kann betrŸbt werden. ãUnd betrŸbt
nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid auf
den Tag der Erlšsung.Ò Epheser 4,30.
(2) Er kann versucht werden. ãPetrus aber
sprach zu ihr: Warum seid ihr euch denn einig geworden, den Geist
des Herrn zu versuchen?" Apostelgeschichte 5,9.
(3) Ihm kann widerstanden werden. ãIhr
Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren, ihr
widerstrebt allezeit dem heiligen Geist, wie eure VŠter, so auch
ihr.Ò Apostelgeschichte 7,51.
(4) Er kann gelŠstert werden. ãWer aber
den heiligen Geist lŠstert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit,
sondern ist des ewigen Gerichts schuldig." Markus 3,29; siehe
auch Vers 30.
(5) Man kann ihn belŸgen. ãPetrus aber
sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfŸllt, den
heiligen Geist zu belŸgen." Apostelgeschichte 5,3.
Der Heilige Geist wird an
mehreren Stellen der Bibel auch ÒGottÓ genannt. Ihm kommen
gšttliche Eigenschaften zu, wie es in den nachstehenden
Bibelstellen verdeutlicht wird:
(1) Allmacht: Lukas 1,35. Bei der Geburt
Christi hielt er seine Hand Ÿber Maria und Jesus. Er hŠlt seine
Hand auch Ÿber uns.
(2) Allwissenheit: 1 Korinther 2,10. In
unserem Leben ist ihm nichts verborgen.
(3) Allgegenwart: Psalm 139,7-17. FŸr
unser Leben gilt: ãEr wird uns nicht verlassen noch versŠumen.Ò Er
ist stets gegenwŠrtig.
(4) Ewiger Geist: HebrŠer 9,14. In unserem
Leben ist er von Anbeginn an (Wiedergeburt) dabei und begleitet uns
auf unserem Weg zur himmlischen Heimat. Er wirkt in uns und hilft
uns, ãdem lebendigen Gott zu dienen.Ò
Der Heilige Geist wird in der Schrift auch
anhand von Symbolen und Beispielen versinnbildlicht, die sein
gšttliches Wirken aufzeigen.
Diese Bilder bzw. Symbole sind:
(1) Die Taube: Johannes 1,32. Die Taube
ist ein Symbol von Liebe und Schmerz. Dies kommt im Dienst des
Geistes an Jesus zum Ausdruck.
(2) Das Wasser: Jesaja 44,3; Johannes
7,38.39. Als Gerettete kann uns nur der Heilige Geist den
geistlichen Durst stillen.
(3) Das …l: 1. Samuel 16,13. Die Salbung
eines Priesters begann am Ohr, damit er auf Gott hšre. Dann wurde
der Daumen des Priesters gesalbt, damit er fŸr Gott wirke. Das ist
das Werk des Heiligen Geistes in unserem Leben.
(4) Der Wind: Johannes 3,6.7. Still und
verborgen wirkt der Heilige Geist in uns bei der Wiedergeburt und
in unserem tŠglichen Leben.
(5) Das Feuer: Apostelgeschichte 2,3.4.
Feuer steht symbolisch fŸr Reinigung, PrŸfung oder Gericht. Das ist
ein Werk des Heiligen Geistes in unserem Leben.
(6) Bekleidung: Richter 6,34 (wšrtliche
†bersetzung aus dem HebrŠischen). Der Geist des Herrn kleidete
Gideon. Bekleidung spricht von Schutz. Er ist auch unser Schutz.
B. Seine Wirksamkeit:
Der Heilige Geist ist in der Schrift auf
vielfŠltige Weise wirksam. Nachstehend sind Beispiele hierfŸr
aufgefŸhrt.
(1) Er spricht. ãAls sie aber dem Herrn
dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus
Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe.Ò
Apostelgeschichte 13,2.
(2) Er tritt fŸr uns ein. ãDesgleichen
hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen
nicht, was wir beten sollen, wie sichÕs gebŸhrt; sondern der Geist
selbst tritt mit unaussprechlichem Seufzen fŸr uns ein." Ršmer
8,26.
(3) Er legt Zeugnis ab. ãWenn aber der
Tršster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist
der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis von mir
ablegen.Ò Johannes 15,26.
(4) Er Ÿbt das Aufseheramt aus. ãSo habt
nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der
heilige Geist zu Aufsehern eingesetzt hat, um die Gemeinde Gottes
zu weiden, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.Ò
Apostelgeschichte 20,28.
(5) Er fŸhrt. Wenn aber jener, der Geist
der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit fŸhren.Ò
Johannes 16,13.
(6) Er lehrt. ãAber der Tršster, der
heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird
euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt
habe.Ò Johannes 14,26.
(7) Er erschafft. ãAm Anfang ... und der
Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.Ò
1.Mose 1,1.2.
(8) Er bewirkt die Wiedergeburt zu unserer
Rettung. ãWas vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom
Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir
gesagt habe: Ihr mŸsst von neuem geboren werden. ... So ist es mit
jedem, der aus dem Geist geboren ist.Ò Johannes 3,3.5-8.
(9) Er hat Jesus von den Toten auferweckt.
"Wenn der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt
hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten
auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch
seinen in euch wohnenden Geist." Ršmer 8,11.
(10) Er vollendet die Erlšsung. "Ihr
aber seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht
geworden im Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres
Gottes." 1. Korinther 6,11.
(11) Er versiegelt die GlŠubigen. "In
ihm seid auch ihr, nachdem ihr zum Glauben gekommen seid, mit dem
verhei§enen heiligen Geist versiegelt worden." (Epheser 1,13).
(12) Er leitet die GlŠubigen. "Denn
alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Sšhne
Gottes." Ršmer 8,14; Galater 5,18.
Auf unserem Lebensweg als Christen sollten
wir uns dessen stets bewusst sein, dass es die Person des Heiligen
Geistes ist, die Tag fŸr Tag Dienst an uns
tut. Die Bibel sagt uns, dass wir vom Heiligen Geist erfŸllt und
geleitet werden. Er kann nicht in unserem Leben wirken, wenn wir in
SŸnde leben. Ob wir in Gedanken oder Taten sŸndigen - wenn wir den
Heiligen Geist betrŸben, dann gilt es umgehend nach 1. Johannes 1,9
zu handeln, damit wir nicht die Gemeinschaft mit Gott verlieren.
ãWenn wir aber unsere SŸnden bekennen, so ist er treu und gerecht,
dass er uns die SŸnden vergibt und reinigt uns von aller
Ungerechtigkeit.Ò Auf diese Weise bleiben wir in Gemeinschaft mit
Gott. Die grš§te Gefahr, der sich ein Christ in dieser Welt
gegenŸber sehen kann, ist, SŸnde in seinem Leben zu dulden. Es sind
nicht finanzieller Ruin, Krankheit, Einsamkeit, Beschimpfungen,
Verfolgung oder unzŠhlige andere Dinge, die unser grš§ter Feind
sind. Es ist die SŸnde, die unsere Beziehung zu Gott zerstšrt, den
Heiligen Geist betrŸbt und dem Teufel gestattet, uns vom Lebenspfad
zu einem Pfad der Zerstšrung abzubringen. Galater 5,19-21 zŠhlt
Dinge auf, auf die wir achten sollen. Wir mŸssen uns klar vor Augen
halten, dass Satan der Feind unserer Seele ist. Das ist der
tŠgliche Kampf, den wir fŸhren mŸssen (Epheser 6,11-18: Die
geistliche WaffenrŸstung). Der Sieg ist verhei§en: "Wenn wir
aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir
Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht
uns rein von aller SŸnde.Ò (1 Johannes 1,7). Wenn stets ausgerŠumt
wird, was zwischen Gott und uns steht, dann leben wir in stetiger
Gemeinschaft mit dem Vater. Sofortiges Bekennen der Schuld ist
unser einziger Schutz gegen den Feind unserer Seele. Lesen Sie dazu
das 1. Kapitel aus dem 1. Johannesbrief und lernen Sie es
auswendig. Hier liegt der SchlŸssel fŸr eine siegreiche christliche
LebensfŸhrung.
C. Sein Handeln am
GlŠubigen:
Jeder Christ kann zweierlei Frucht in
seinem Leben hervorbringen, aber es tritt jeweils nur eine von
beiden zutage. Denken wir daran, dass wir als Christen je nach
unserem Sinnen und Trachten die eine oder die andere Frucht
hervorbringen kšnnen. Es kann die Frucht des
Fleisches oder die Frucht des Geistes sein. Die
Frucht hŠngt davon ab, unter welcher Herrschaft unser Leben steht.
ãLebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.
Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen
das Fleisch.Ò (Galater 5,16.17).
Wir alle bringen Tag fŸr Tag Frucht - doch
welche Frucht ist es? Die Welt mit ihren Verlockungen macht es uns
nicht einfach, den Begierden des Fleisches zu widerstehen. Die Zahl
der Versuchungen ist Legion, in der Werbung etwa, in den Medien,
Magazinen etc. Die Welt, deren FŸrst Satan ist, liegt im Argen (1.
Johannes 5,19). Kapitel 5 des
Galaterbriefes fŠhrt mit einer Auflistung der Werke des Fleisches
fort (Galater 5, 19-21). Ein nicht
wiedergeborener Mensch kann kaum anders, als die Frucht des
Fleisches hervorzubringen. Aus menschlicher Sicht mag er Gutes tun
und unter dem Beifall der Welt sogar auf religišsem und sozialem
Gebiete tŠtig sein, und dennoch: aus Gottes Sicht haben diese Werke
keinen Wert fŸr die Ewigkeit.
Das Werk des Heiligen Geistes ist es, die Frucht des Geistes in Ihrem Leben zu
bewirken. Nur ein wiedergeborener Christ kann diese Frucht bringen.
Wir sollten beachten, dass hier von der Frucht im Singular
gesprochen wird. Auch wenn Sie die Frucht
hervorbringen, ist es doch seine, des Geistes, Frucht. Er selbst
bewirkt jegliche – oder keine – Frucht in Ihrem Leben,
je nach Ihrer geistlichen Beziehung zu Gott. Wenn SŸnde in Ihr
Leben kommt, dann wird aus der Frucht des Geistes die Frucht des
Fleisches. Das Begehren eines jeden Christen sollte die rechte
Frucht in seinem Leben sein. Der Heilige Geist wirkt in unserem
Leben und lŠsst in dem Ma§e, in dem wir uns seiner FŸhrung unterstellen,
seine Frucht wachsen und reifen. Wenn er nicht ganz Herr ist, dann
ist er es letztlich gar nicht. Galater 5,22-24.
Wir wirken nicht auf eine Siegesposition hin,
um von dieser aus die Frucht des Geistes herzuvorbringen. Wir
wirken vielmehr von einer Stellung aus, die wir in Christus bereits
innehaben. An keinem Tag unseres Lebens wird es in unserem
Bestreben, diese Frucht hervorzubringen, ohne Kampf abgehen, doch
der Sieg ist unser: "Die, die Christus angehšren, haben ihr
Fleisch gekreuzigt samt den LŸsten und Begierden." Galater
5,24. Wir mŸssen uns dessen bewusst sein, dass unser Sieg nicht von
uns selbst kommt, sondern von Christus. Die
Kreuzigung des Fleisches geschieht nicht durch das, was wir tun,
sondern aufgrund dessen, der in uns lebt und in dem wir leben.
"Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe; doch nun nicht
ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt im Fleisch
lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt
und sich selbst fŸr mich dargegeben hat." Galater 2,19c,20. In dem Ma§e, wie ich mich der FŸhrung des
Geistes unterstelle, kann ich Tag fŸr Tag Sieg haben. Ich mag den
Heiligen Geist betrŸben, aber er wird mich nie verlassen, denn ãihr
seid versiegelt auf den Tag der Erlšsung." Epheser 4,30. Er,
mit dem ich versiegelt bin, wohnt bleibend in mir, bis ich einst am
Ziel der himmlischen Herrlichkeit angelange.
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D. Seine Gaben und Ihr Einsatz:
Haben Sie sich als Christ je gefragt: ãWas
kann ich tun?Ò Wenn ich Ihnen z.B. ein neues Auto schenkte, was
wŸrde ich dann von Ihnen erwarten? WŠre der Zweck des Geschenks,
dass Sie es nur ansehen oder in einen Ausstellungsraum stellen, wo
die Leute es ansehen, darŸber reden, ihren Freunden davon
berichten, es fotografieren? Oder wŸrde ich erwarten, dass Sie sich
ans Steuer setzen und losfahren? Nichts anderes, denn der Zweck
eines Autos ist doch wohl, dass man es fŠhrt. Man kann damit zur
Arbeit fahren oder Freunde mitnehmen. Vielleicht macht man auch
einmal einfach so einen Ausflug aufs Land. Gott hat Ihnen die Gabe
des ewigen Lebens und die Innewohnung des Heiligen Geistes
geschenkt und Ihnen geistliche Gaben verliehen, damit Sie sie fŸr
ihn einsetzen. "Auch Ÿber die Geistesgaben mšchte ich euch,
liebe BrŸder, nicht im unklaren lassen...Gewiss, es gibt
verschiedene Geistesgaben, aber es ist immer ein und derselbe
Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber es ist immer derselbe
Herr. Es gibt verschiedene Kraftwirkungen, aber es ist immer
derselbe Gott, der alles in allen wirkt. Jedem
wird die Offenbarung des Geistes nur zum Besten des Ganzen
zuteil." 1. Korinther 12,1.4-7 (†bertragung von Hans Bruns).
Die nŠchsten Verse in diesem Kapitel und
andere Kapitel der Heiligen Schrift listen die Gaben auf, die der
Heilige Geist den GlŠubigen zuteil werden lŠsst. Wir
wissen, dass jeder GlŠubige zumindest eine Gabe hat, die er fŸr den
Herrn einsetzen kann. Ršmer 12,4-8. Was erwartet Ihrer Meinung nach
der Herr von uns im Hinblick auf den Umgang mit diesen Gaben? Wenn
wir uns in der Welt umschauen und die Schrift durchgehen, dann sollen
wir uns vor allem davor hŸten, hinsichtlich der Gaben, die Gott
anderen geschenkt hat, Neid zu empfinden. Wir sollten erkennen,
dass die Gaben des Heiligen Geistes fŸr jedes einzelne Gotteskind
einzigartig - sozusagen exklusiv - sind. ãGott hat doch nach seinem
Willen jedem Glied seine besondere Aufgabe gegeben.Ò 1. Korinther
12,18 (†bertragung von Hans Bruns). Sie mšgen fragen: ÒWas ist
meine Gabe?Ó Das kšnnen wir nicht beantworten. Fragen Sie Gott.
Finden Sie Ihre Gabe heraus und stellen Sie sie in Seinen Dienst.
Es gibt Gaben, die fŸr die Gemeinde heute
nicht mehr von Bedeutung sind. Erinnern wir uns daran, dass die
Apostelgeschichte die †bergangsperiode zu Anfang der Kirche
wiedergibt. Die Apostelgeschichte ist also ein Buch des †bergangs.
Daher vertreten wir keine Lehre aufgrund dieses Buches, wenn sie
nicht vom Rest des Neuen Testaments bestŠtigt wird. Weil die
GlŠubigen damals noch nicht das Neue Testament hatten, erzeigte
Gott an Pfingsten seine Kraft und sein
"Ja und Amen" durch Wunder, Offenbarungen und Zungenrede
(Sprachenrede). Dies geschah, um die Botschaft von der mit dem
Erlšser gekommenen neuen Heilszeit rasch zu verbreiten. Das war ein
nicht zu wiederholendes Wunder an
Pfingsten. Es gibt nur ein Pfingsten, ebenso wie es nur ein
Golgatha, eine leibliche Auferstehung und eine Himmelfahrt gibt. Am
Tag der Pfingsten hšrten Menschen aus der ganzen damals bekannten
Welt das Evangelium in ihrer Sprache, so dass sie nach Hause
zurŸckkehren und ihren Mitmenschen berichten konnten, dass der
Erlšser der Welt von den Toten erstanden war. Apostelgeschichte
2,4.22-24. Heute ist die Gabe der
Sprachenrede nicht mehr relevant. Wir haben die Bibel in den
meisten Sprachen der Welt. Wir mŸssen nur schlicht und einfach mit
der uns gegebenen Sprache den Missionsbefehl erfŸllen. "Geht
hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur."
Markus 16,15.
Die Gabe der Erkenntnis hat ebenfalls
nicht mehr die damalige Bedeutung, da uns in der Niederschrift des
Neuen Testaments die volle Offenbarung Gottes geschenkt ist. Dies
gilt auch fŸr die Gabe der Prophetie. Diese Gaben galten fŸr diese
besondere Zeit, in der das Neue Testament noch nicht in
schriftlicher Form vorlag. Gott redete zu seinem Volk durch das
Alte Testament und auf direktem Wege bis
zur Vollendung des Neuen Testaments. So sagt 1. Korinther 13,10 mit
Bezug auf das in der Entstehung befindliche Neue Testament:
"Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das StŸckwerk
aufhšren." Dies wird von Jakobus 1,25 bestŠtigt: "Wer
aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineinschaut",
womit das Neue Testament angesprochen wird. Gottes Wort, das uns
heute in schriftlicher Form vorliegt, macht die oben erwŠhnten
Gaben entbehrlich. In der Tat, weitere Offenbarungen oder
Prophetien oder ZusŠtze zu Gottes Wort werden geahndet, wie es in
Offenbarung 22,18-19 beschrieben wird: "Ich bezeuge allen, die
die Worte der Weissagung dieses Buches hšren: Wenn jemand etwas
dazusetzt, so wird Gott auf ihn die Plagen zusetzen, die in diesem
Buch geschrieben sind."
E. Die Versiegelung mit dem Heiligen
Geist.
Der Heilige Geist selbst ist das Siegel.
(1) Dieses ist ein Siegel, mit dem unsere
Zugehšrigkeit zu Gott beglaubigt wird. 2. Timotheus 2,19.
(2) Es ist ein Siegel unserer Stellung.
Epheser 1,13.14.
(3) Es ist ein Siegel der Gewissheit.
Epheser 1,13.14.
(4) Es beglaubigt ein abgeschlossenes
RechtsgeschŠft. Jeremia 32,10.
(5) Es ist ein Siegel der Gerechtigkeit.
Ršmer 4,11.
(6) Es ist ein Siegeleindruck. Mit dem
Petschaft wurde ein Siegel in Wachs eingedrŸckt. Wenn wir mit dem
Heiligen Geist versiegelt sind, ist dies als Abdruck auf uns
kenntlich. 2. Korinther 1,22. Diese Versiegelung gilt auch als
"Angeld". Dies ist eine Anzahlung auf einen Gesamtbetrag.
Die Innewohnung des Heiligen Geistes ist Gottes "Angeld".
"Und betrŸbt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr
versiegelt seid auf den Tag der Erlšsung." Epheser 4,30. Er
wohnt bleibend in uns, bis wir das Ziel
der himmlischen Herrlichkeit erreichen.
F. Die Taufe des Heiligen Geistes.
Das Wort Taufe meint ãeintauchen; hineinversetzen;
sich identifizieren mit.Ò
Die Taufe mit dem Heiligen Geist ist der
Vorgang, durch den der Heilige Geist uns in den Leib Christi
hineinversetzt, wenn wir zum Glauben gekommen sind. Der ãLeib
ChristiÒ ist gleichzusetzen mit der ãGemeindeÒ, die aus der
Gesamtheit der wiedergeborenen Christen besteht. Durch einen Geist
sind wir alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen,
Unfreie oder Freie, und sind alle mit einem Geist getrŠnkt." 1.
Korinther 12,13. Das war die Verhei§ung
von Pfingsten und der Beginn der Gemeinde.
Die Taufe des Heiligen Geistes ist nicht
eine Kraftverleihung oder eine "Erfahrung", sondern
vielmehr ein Akt des Heiligen Geistes selbst, kraft dessen er uns
in den Leib Christi hineinversetzt. Apostelgeschichte 1,5: "Ihr
aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach
diesen Tagen." Das bezieht sich auf Pfingsten, auf die
"Geburt" der Gemeinde, die bald erfolgen sollte. Vor
Pfingsten kam der Geist auf die Menschen; er war ãmit ihnenÒ; aber
nach Pfingsten ist er allezeit ãin ihnenÒ. Er nimmt Wohnung in
allen, die gerettet sind. Wenn der Begriff ÒGeistestaufeÓ verwendet
wird, dann wird er stets kollektiv und nie individuell gebraucht.
Wenn in der Schrift von der ãTaufe mit dem Geist und mit FeuerÒ die
Rede ist, dann ist dies ein kontrastreiches Bild fŸr Errettung und
Gericht.
Wir haben entweder das eine oder das
andere, je nach unserer Beziehung zu Jesus Christus. MatthŠus
3,11-12; Lukas 3,16-17.
Manche machen geltend, eine Erfahrung mit
der ãGeistestaufeÒ zu haben und in Zungen zu reden. Andere sagen,
die Kraft zu heilen, Wunder zu vollbringen und DŠmonen auszutreiben
empfangen zu haben, aber es sind falsche Propheten und falsche
Lehrer. Lesen Sie hierzu den 2. Petrusbrief, Kapitel 2. Die
Menschen, von denen die Rede ist, interpretieren die Bibel anhand
ihrer eigenen Erfahrung, anstatt ihre Erfahrung von der Schrift her
zu interpretieren. Der Teufel kann angebliche Wunderdinge, die
nicht von Gott sind, vorgaukeln. Es gibt einen Geist der Wahrheit
und einen Geist des Irrtums. 1. Johannes 4,1-6
FŸr das Streben nach dem Gebrauch der
Gaben des Heiligen Geistes wird uns ein kšstlicherer Weg gezeigt
(1. Korinther 12,31). Hierzu lesen wir 1. Korinther 13,2: "Und
wenn ich die Gabe der Prophetie hŠtte und wŸsste alle Geheimnisse
und hŠtte allen Glauben, so dass ich Berge versetzte, aber keine
Liebe (Agape) hŠtte, so wŠre ich nichts." Liebe soll die
Triebkraft fŸr den Gebrauch unserer Gaben sein. Wir mŸssen alles
dem Herrn Jesus Christus unterstellen, um jederzeit fŸr ihn bereit
zu sein, und zwar an jedem Ort, zu jeder Arbeit und zu jedem
Zeugnis, wozu immer der Herr uns ruft.
Es wŠre noch sehr viel mehr Ÿber die
Person und das Werk des Heiligen Geistes zu sagen; in dem Ma§e, in
dem wir in Christus zur Reife gelangen, werden wir mehr und mehr
seine Gegenwart und sein Wirken in unserem Leben erfassen.
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