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Kapitel 24
ZEUGNIS
GEBEN UND SEELEN GEWINNEN
Wie kann
ein Christ andere Menschen zu Christus führen? Seelen für Christus zu
gewinnen ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit. "Wer Seelen
gewinnt, ist weise" (Sprüche 11,30 nach dem Wortlaut der englischen
Bibelübersetzung).
Obgleich
es keine definitiven oder feste Regeln für Erfolg auf diesem Gebiet
gibt, so können doch einige allgemeine Prinzipien von großem Wert sein.
Wenn wir
Zeugnis ablegen, dann geht es um geistliche Kampfführung. Ehe es in den
Kampf geht, gilt es Stück für Stück die volle Waffenrüstung Gottes
anzulegen (Epheser 6,11-18).
A. Es ist
von größter Bedeutung, dass der Seelegewinner selbst geistlich gesund
ist. Er muss sich beständig aus dem Wort nähren. Er muss viel Zeit im
Gebet verbringen. Er muss Gott hingegeben sein. Er muss jegliche Sünde,
der er huldigt, bekennen und lassen. Indem er so im Geist wandelt, wird
er erfahren, dass der Herr Möglichkeiten für ein wirkungsvolles Zeugnis
schenken wird. Die Goldene Regel für das Seelengewinnen ist
zweifelsohne “Lebe nahe bei Gott!” (Matthäus 4,19). Vergessen Sie
nicht, dass Ihr Leben ein beständiges Zeugnis ist – sei es nun gut,
schlecht oder "gerade so".
B. Es ist
gut, den Tag mit der Bitte zu beginnen, dass Gott uns mit denen
zusammenführt, die wir ansprechen sollen. Es ist offensichtlich, dass
wir nicht mit jedem sprechen können, dem wir begegnen. Es ist auch
klar, dass wir von uns selbst aus nicht wissen können, wer „reif“ für
die Errettung ist. Aber wenn wir uns vom Herrn führen lassen, dann
werden wir effektiver arbeiten und mehr Frucht für ihn ernten.
C. Im
Verlauf des Tages sollten wir Gelegenheiten nutzen, um etwas von Jesus
zu sagen. Wenn z.B. Kollegen auf der Arbeit den Namen Gottes
verunehren, ergibt sich oft die Möglichkeit, in taktvoller und
liebevoller Weise ein Wort des Zeugnisses zu sagen. In Gesprächen
kommen häufig auch religiöse Themen auf. Hier sollten wir einhaken. Und
wir sollten auch nicht immer nur auf Gelegenheiten warten; wir können
sie auch herbeiführen. Weltmenschen sprechen ganz selbstverständlich
über Politik, das Wetter und Sport. Warum sollten wir dann nicht von
Christus, unserem Erlöser, sprechen?
D.
Zitieren Sie das Wort Gottes so oft wie möglich. Noch besser ist es,
wenn wir es die Menschen lesen lassen. Es ist ein lebendiges Wort! Es
ist das Schwert des Geistes (Hebräer 4,12). Es hat Kraft, Seelen zu
erreichen, weit über jedes Wort hinaus, das wir je sagen könnten. Jeder
gute Soldat Jesu Christi sollte diese größte aller Waffen gebrauchen.
Unerrettete Menschen werden alles in ihrer Macht Stehende tun, Sie
davon abzubringen, die Schrift zu zitieren. Aber hören Sie damit nicht
auf. Wenn sie sagen dass sie nicht an die Bibel glauben, dann zitieren
Sie umso mehr. Die Bibel lehrt das Säen und Ernten. Es gibt eine Zeit
zu säen und eine Zeit zu ernten. Es ist Gott, der die Ernte schenkt.
Wenn Sie nicht säen, dann kann es auch keine Ernte geben. Sein Wort ist
das Saatgut, das wir breitwürfig ausstreuen sollen (Matthäus 13,4-8).
E. Halten
Sie Ihre Kontakte nach: Einmaliges Hören des Evangeliums reicht
gewöhnlich nicht aus; vielmehr müssen die Menschen weitere Male
angesprochen werden. Begegnen Sie ihnen mit Freundlichkeit. Überreichen
Sie ihnen gute evangelistische Literatur. Laden Sie sie zu
evangelistischen Veranstaltungen ein. Beten Sie vor allem viel für sie.
Lassen Sie sich nicht durch Feindseligkeit entmutigen. Bei manchen
Menschen ist opponierendes Verhalten nicht selten ein Zeichen dafür,
dass sie vom Heiligen Geist berührt werden, während Gleichgültigkeit so
gut wie nicht beizukommen ist.
F.
Drängen Sie niemals jemanden zu einer schnellen Entscheidung. Eine
falsche Übergabe an Jesus ist nicht nur wertlos, sondern sie kann auch
für den Betreffenden selbst trügerisch sein und der Sache Jesu
unsäglich schaden. Seien Sie treu im Aussäen der Saat – und Gott wird
treu sein und "Wachstum und Gedeihen" schenken (Johannes 4,35-38).
G. Wenn
Sie sich schwer tun, mit anderen über Jesus zu sprechen, dann sagen Sie
es dem Herrn und bitten Sie ihn um Kraft und Mut zum Zeugnisgeben. Wenn
Sie es wirklich wollen, wird er Sie damit beschenken (Matthäus 10,32).
H. Haben
Sie immer ein gutes Sortiment evangelistischer Literatur dabei.
Traktate kann man nicht nur direkt weitergeben, sondern auch in
Straßenbahnen oder Bussen sowie in Restaurants und an fast jedem
öffentlichen Platz zurücklassen.
Der Lohn
für das Seelengewinnen ist enorm: (1) Die Freude, einen Menschen zu
Jesus zu führen, ist unbeschreiblich! Lukas 15,10. (2) Wie viel größer
wird die Freude im Himmel sein, wenn jemand Sie mit den Worten begrüßt
„Du hast mich damals eingeladen!“ (3) Schließlich: wie unvorstellbar
wird es sein, wenn der Herr Jesus Christus Sie vor den versammelten
himmlischen Heerscharen bekennt. Matthäus 10,32.
Angesichts
alles dessen sollten wir beständig beten:
Lass mich
die Menschen so sehen, wie Jesus es tat,
bis meine
Augen tränennass werden.
Lass mich
mit tiefem Mitgefühl
die
irrenden Schafe sehen
und sie
um Seiner Liebe willen lieben
(Matthäus
9,36).
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