|
Kapitel 5
DER MENSCH
Wenn wir die Wahrheit über den
Menschen erfahren wollen, dann müssen wir nur die Bibel
aufschlagen: “Wahrheit ist das, was Gott
über irgend etwas sagt." Die
Bibel berichtet uns von der Schöpfung des Menschen, seiner Natur
und seiner Beziehung zu anderen Geschöpfen. Der Mensch ist der
zentrale Punkt der Schöpfung. Die ganze Erde ist ihm untertan. 1.
Mose 1,26.
Doch um den Menschen
wirklich zu verstehen, müssen wir von Gottes Sicht ausgehen, nicht
von der Vorstellung, die der Mensch von sich selbst hat.
I. DER URSPRUNG DES
MENSCHEN
Es ist nur allzu
natürlich, dass der Mensch im Hinblick auf seinen Ursprung neugierig
ist, und das seit eh und je. Es gibt diverse Theorien, die sich
Philosophen zu verschiedenen Zeiten ausgedacht haben. Die modernste
ist die Evolutionstheorie, nach der der Mensch von niederen Tieren
abstammen soll. Nichts deutet jedoch
darauf hin, dass der Urmensch in irgendeiner Weise anders war als
der moderne Mensch. Die Tatsache, dass das menschliche Blut auf der
ganzen Welt einheitlich ist, beweist, dass es sich hier nicht um
einen Entwicklungsprozess handeln kann. Apostelgeschichte 17,26. Tierblut ist nicht zur Übertragung auf
Menschen geeignet. Unser Blut kann nicht mit dem Blut von Tieren
vermischt werden. Von den Fischen über die Vögel und sonstige
Lebewesen bis zum Menschen hat Gott alles nach seiner Art
geschaffen. 1. Mose 1,24-25.
Der Mensch ist insofern
grundlegend anders, als dass er zum Bilde Gottes geschaffen wurde.
"Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen zu unserem Bild,
das uns gleich sei." 1. Mose 1,26.27.
Gott hat den ersten Menschen
aus Erde vom Acker geschaffen.1. Mose 2,7.
Doch der Lauf der Geschichte
zeigt, dass Gott Menschen auch auf andere Art und Weise erschafft:
(A ) Durch zweigeschlechtliche
Fortpflanzung (Mann und Frau).
(B) Ohne Zuhilfenahme einer
Frau – wie bei Eva.
(C) Ohne einen Mann und eine
Frau – wie bei Adam.
(D) Ohne Mann durch eine Frau
– wie bei Christus. Hier haben wir einen weiteren Hinweis auf
Gottes Schöpferkraft.
Gott spricht von seinen
Menschen: "... die ich zu meiner Ehre geschaffen und
zubereitet und gemacht habe.“ Jesaja 43,7. So bleibt die Frage: “Was ist die
eigentliche Bestimmung des Menschen?" Die Antwort ist schlicht
und einfach: „Die Bestimmung des Menschen ist es, Gott zu
verherrlichen.“
II. DIE NATUR DES MENSCHEN
Jeder, der an einem Sterbebett
gestanden hat, kommt nicht an der Erkenntnis vorbei, dass der
Mensch einen stofflichen Leib hat und ebenso eine Seele und einen
Geist. Im Augenblick ist der Mensch noch am Leben ... und in der
nächsten Sekunde ist er schon nicht mehr da. Doch sein Leib ist
noch da. Aber das eigentliche Leben hat den Leib verlassen, der
jetzt als sterbliche Hülle zurückbleibt.
Die Bibel lehrt uns, dass der
Mensch ein dreifaches Wesen ist: Leib, Seele und Geist. 1.
Thessalonicher 5,23. Obwohl es für uns
Menschen nicht leicht ist, zwischen Seele und Geist zu unterscheiden,
zumal beide im Gegensatz zum physischen Leib stehen, zeigt uns die
Bibel, dass es Unterscheidungsmerkmale gibt. Eine Pflanze ist ein
Körper ohne Seele und Geist. Ein Tier hat einen Körper und eine
Seele, aber keinen Geist. Der Mensch ist Körper, Seele und Geist.
Die Seele unterscheidet ein lebendiges Wesen von einem toten, aber
der Geist unterscheidet den Menschen vom Tier. Der Geist ermöglicht
dem Menschen Zwiesprache und Gemeinschaft mit Gott.
Der Mensch ist das einzige
Lebewesen, das betet. Das Gebet ist eine universelle Praxis. Vom
heidnischsten Stamm bis zum
aufgeklärtesten Menschen – wir beten. Warum?
Haben Sie jemals einen Affen gesehen, der Gott für seine Bananen
dankt? Auch ist der Mensch das
einzige Wesen mit einem Gewissen. Haben Sie je einen Affen gesehen,
der sich schuldig fühlt, wenn er einem anderen Affen die Kokosnuss
gestohlen oder Ehebruch begangen hat? Die Annalen der Geschichte
sind voll mit Beispielen von Menschen, die sich der Erkenntnis
stellen mussten, falsch gehandelt zu haben. Römer 1,18-32. Tiere treffen Entscheidungen aufgrund
ihres Instinkts. Nur der Mensch kann mittels seines Verstands
Entscheidungen fällen.
Wenn der gefallene Mensch
Christ wird, dann empfängt er den innewohnenden Heiligen Geist.
Durch den Fall Satans haben wir die alte Natur erhalten, die dieser
durch den Fall Adams in die menschliche Rasse eingebracht hat. Wenn
wir Ihn durch den Glauben als unseren persönlichen Heiland
annehmen, dann wird er buchstäblich, in der Person des Heiligen
Geistes, in unserem Leben Wohnung nehmen. Da erhalten wir eine neue
Natur, was soviel bedeutet wie „Christus in euch, die Hoffnung der
Herrlichkeit.“ Kolosser 1,27.
Die Seele ist der Sitz der
Gefühle und Leidenschaften. Der Terminus „Geist“ schließt unsere
Wissens- und Vernunftbegabung mit ein. Der Mensch ist Gott
gegenüber verantwortlich, und es ist seine größte Aufgabe,
herauszufinden, was Gott von ihm möchte – und es dann auch zu tun.
Diese beiden Naturen, das
Fleisch und der Geist, befinden sich in einem inneren Kampf, den
wir als Christen ein ganzes Leben lang auszutragen haben. (Mehr
dazu unter „Erlösung“.)
III. DER FREIE WILLE DES
MENSCHEN
Es gibt auch noch andere von
Gott erschaffene Wesenheiten. Das sind Engel oder Geister. Sie
haben keine menschlichen Körper oder eine menschliche Seele. Sie
sind stärker als wir. Sie wurden ebenfalls geschaffen, um Gott zu
dienen, haben aber wie der Mensch einen freien Willen. Manche von ihnen fielen in die
Sünde des Ungehorsams. Jesaja 14,12-15.
Gott hätte durchaus eine Art
Maschinenwesen erschaffen können, die seinen Willen mechanisch
ausführen. Stattdessen entschied er sich für Wesen, die, wenn sie
denn wollten, ihm freiwillig dienen und ihn aus freien Stücken
lieben konnten. Wir können letzten Endes nicht verstehen, warum er
es so wollte, aber die Weltgeschichte lehrt es unmissverständlich:
Der Mensch trifft seine Wahl, und Gott handelt entsprechend - mit
allen Konsequenzen.
IV. DIE SÜNDE DES MENSCHEN
Als Gott freie Wesen schuf,
die fähig waren, seinen Willen zu tun oder zu missachten, muss ihm
bewusst gewesen sein, dass einige den falschen Weg wählen würden.
Und so kam es denn auch. Ein großer Engel namens Luzifer, nunmehr
als Satan bekannt, entschied sich, seinen Willen dem Willen Gottes
entgegenzusetzen. Die erste Sünde wurde also nicht auf der Erde,
sondern im Himmel begangen. So wurde Satan sofort des Himmels
verwiesen. Viele andere Engel folgten Satan und wurden mit ihm
hinausgeworfen. Seitdem sucht Satan in jeder nur möglichen Weise
die Pläne Gottes zu vereiteln. Als der Mensch mit einem freien
Willen geschaffen wurde, nahm Satan sich sofort vor, ihn über die
Versuchung vom Pfad des Gehorsams abzubringen. Gott hatte den
Menschen gewarnt, aber Satan verstand es nur zu gut, auch ihn in
die Sünde hineinzuziehen. Die wohlbekannte Geschichte finden wir 1.
Mose 3.
Nun kann Gott als heilige
Majestät in seiner Gegenwart kein Wesen dulden, das sich
absichtlich seinen Geboten widersetzt. Das ist auch der Grund
dafür, dass Satan aus dem Himmel gestürzt wurde, als er Gottes
Willen Trotz bot. Die gleiche Konsequenz war auch im Hinblick auf
den Menschen notwendig, und so wurde Adam aus dem Garten Eden, der
physischen Gegenwart Gottes, gewiesen.1. Mose 3,23-24.
Die Sünde war in das
Menschengeschlecht gekommen, und Adams Natur wird seitdem an jeden
Menschen weitergegeben. „Deshalb, wie durch einen Menschen die
Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist
der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt
haben.“ Römer 5,12. Wir sind alle mit der Tendenz zur Sünde
geboren. Diese unsere Natur spricht auf Versuchung von außen an,
und so geben wir ihr nach und sündigen in fataler Weise gegen den
heiligen Gott.
V. DIE ZUKUNFT DES MENSCHEN
So wie die Bibel uns vom
Ursprung des Menschen aus der Hand Gottes, von dem schändlichen
Fall des Menschen und von der zwangsläufigen Trennung von Gott
berichtet, so sagt sie uns genauso unumwunden, dass jeder Mann,
jede Frau und jedes Kind eines Tages vor Gott als Richter stehen
wird.
„So wird nun jeder von uns für
sich selbst Gott Rechenschaft geben.“ Römer 14,12. Der Tod ist eine
so landläufige Tatsache, dass jeder um ihn als das unausweichliche
Ende aller Menschen weiß. Aber die Bibel fügt hier hinzu: „Es ist
den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“
Hebräer 9,27. Gott hat den Menschen geschaffen und ihm durch sein
Wort seinen Willen geoffenbart. Gott wird jeden Menschen für alles,
was er getan hat, in die Verantwortung nehmen. Dieses Leben ist in
erster Linie eine Vorbereitung für das künftige Leben. Der Mensch
stirbt nicht so wie das Tier. Der Geist des Menschen geht zu Gott,
seinem Schöpfer und Richter.
|